Inhaltsverzeichnis: Einkommensteuer

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E. Wo werden Gewinn bzw. Einkünfte sowie Abzüge im Einkommensteuerformular eingetragen?
F. Checkliste - Wie wird das zu versteuernde Einkommen ermittelt und wo steht was im Formular?
A. Wie verläuft der Einkommensteuertarif und welche Auswirkungen hat dies für die Höhe der zu zahlenden Steuer?
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Wie berechnet sich das zu versteuernde Einkommen?

Gewinn plus Überschusseinkünfte ergeben die Summe der Einkünfte. Diese, vermindert um den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und Abzüge für Land- und Forstwirte, ergeben den Gesamtbetrag der Einkünfte. Reduziert man diesen Betrag um Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und sonstige Steuervergünstigungen sowie um die Freibeträge für Kinder, erhält man das zu versteuernde Einkommen.

Wie wird der Gewinn ermittelt?

Bei den sog. Gewinneinkunftsarten werden die Einkünfte als Gewinn ermittelt. Es sind dies die Einkünfte aus

  • Land- und Forstwirtschaft,
  • Gewerbebetrieb und
  • selbstständiger Arbeit.

Der steuerliche Gewinn kann auf dreierlei Weise ermittelt werden:

  • als Betriebsvermögensvergleich,
  • als Einnahmenüberschussrechnung sowie
  • als Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen.

Wann werden die Einkünfte als Überschusseinkünfte ermittelt?

Einkunftsarten, die nicht zu den Gewinneinkunftsarten zählen (also alle außer Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit), sind Überschusseinkünfte. Der Überschuss der Einnahmen ergibt sich stets als Differenz von Einnahmen und Werbungskosten.

Welche Werbungskosten werden bei Arbeitnehmern u. a. anerkannt?

  • Beiträge zu Berufsverbänden,
  • Fortbildungskosten,
  • Reisekosten,
  • doppelte Haushaltsführung,
  • Berufskleidung,
  • Umzugskosten,
  • Arbeitsmittel,
  • Kontoführungsgebühren.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind alle Aufwendungen, die getätigt werden, um Einnahmen zu erzielen, zu sichern und zu erhalten (§ 9 EStG).

Was sind Pauschbeträge?

Werbungskosten können teilweise als Pauschbeträge abgezogen werden, wenn sich keine höheren Aufwendungen nachweisen lassen. In bestimmten Fällen, insbesondere bei den Einnahmen aus Kapitalvermögen, ist der Ansatz von Pauschalen zwingend vorgeschrieben. Unabhängig von angefallenen Aufwendungen werden anstelle einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG Pauschbeträge für behinderte Menschen gewährt, wenn ein Grad der Behinderung festgestellt worden ist. Diese betragen, wenn Renten oder andere Bezüge wegen der Behinderung zustehen oder eine dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit oder eine typische Berufs krankheit vorliegt, bei einem Grad der Behinderung

von 25 und 30 % 310 Euro,
von 35 und 40 % 430 Euro,
von 45 % 570 Euro,

in allen Fällen, in denen die Behinderung mindestens 50 % beträgt, bei einem Grad der Behinderung

von 50 % 570 Euro,
von 55 und 60 % 720 Euro,
von 65 und 70 % 890 Euro,
von 75 und 80 % 1.060 Euro,
von 85 und 90 % 1.230 Euro,
und von 95 und 100 % 1.420 Euro.

Für behinderte Menschen, die infolge ihrer Behinderung so hilflos sind, dass sie für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer persönlichen Existenz im Ablauf eines Tages fremder Hilfe dauernd bedürfen, erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 Euro (§ 33b Abs. 3 EStG). Für Blinde gilt ebenfalls ein Pauschbetrag von 3.700 Euro.

Welche Abzüge mindern den Gesamtbetrag der Einkünfte?

  • Verlustabzug,
  • Sonderausgaben,
  • dauernde Lasten und Rentenverpflichtungen,
  • gezahlte Kirchensteuer (abzüglich erstatteter Kirchensteuer), soweit die Kirchensteuer nicht als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer erhoben wurde,
  • Kinderbetreuungskosten,
  • Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten, wenn der Geber dies mit Zustimmung des Empfängers beantragt,
  • Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung,
  • 30 % des gezahlten Schulgeldes, wenn ein Kind bestimmte Schulen besucht,
  • Spenden und bestimmte Mitgliedsbeiträge zur Förderung mildtätiger, kirchlicher, religiöser, wissenschaftlicher und bestimmter gemeinnütziger Zwecke,
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien,
  • Förderung des Wohneigentums und des Denkmalschutzes,
  • außergewöhnliche Belastungen; hierzu gehören insbesondere Krankheitskosten,
  • Unterhaltsaufwendungen für gesetzlich unterhaltsberechtigte und ihnen gleichgestellte Personen,
  • Sonderbedarfe bei Kindern in Berufsausbildung,
  • Pauschbeträge für behinderte Menschen und
  • Aufwendungen zur Pflege hilfloser Personen.

Welche Angaben muss ich machen?

Der amtliche Vordruck für die Steuererklärung besteht aus einer Reihe von einzelnen Bögen, die sich nach den einzelnen Einkunftsarten gliedern und daher notwendigerweise nicht alle von Ihnen bearbeitet werden müssen. Ausfüllen müssen Sie aber auf jeden Fall den Hauptvordruck mit den Angaben zu Ihrer Person, Identifikationsnummer, Steuernummer, Familienverhältnissen, Sonderausgaben (ab 2009 gilt für Angaben zu den Vorsorgeaufwendungen die Anlage Vorsorgeaufwand) und außergewöhnlichen Belastungen.

Für die einzelnen Einkunftsarten gibt es zusätzlich folgende Anlagen:

  • Arbeitnehmer füllen die Anlage N für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit aus.
  • Gewerbetreibende füllen die Anlage G für Einkünfte aus Gewerbebetrieb aus. Bei einer Einnahmenüberschussrechnung und Bruttoeinnahmen von 17.500 Euro ist der Vordruck EÜR auszufüllen.
  • Freiberufler und Selbstständige füllen die Anlage S für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit aus. Bei einer Einnahmenüberschussrechnung und Bruttoeinnahmen von 17.500 Euro ist der Vordruck EÜR auszufüllen.
  • Land- und Forstwirte füllen die Anlage L für Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft aus.
  • Sparer und Kapitalanleger füllen zusätzlich die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalvermögen und für private Veräußerungsgewinne die Anlage SO aus.
  • Rentenbezieher füllen die Anlage R für Renten und andere Leistungen aus.
  • Haus- und Wohnungseigentümer mit vermieteten Objekten füllen die Anlage V für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus.
  • Haus- und Wohnungseigentümer mit eigengenutztem Objekt füllen für die steuerliche Förderung die Anlage FW aus.
  • Darüber hinaus werden ausländische Einkünfte u. a. in der Anlage AUS, Angaben zu Kindern in der Anlage Kind und Unterhaltsleistungen in der Anlage U erfasst.

Zudem können Sie den zusätzlichen Sonderausgabenabzugsbe trag nach § 10a EStG für Ihre Altersvorsorgebeiträge mit der Anlage AV beantragen

Siehe Bundesministerium der Finanzen

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